Unser Frühstück

Allgemeines zum Thema Frühstück

Das Wort Frühstück geht zurück auf das mittelhochdeutsche vruostücke, das bereits im 15. Jahrhundert seinen Uhrsprung hat. Der Begriff bezeichnet das „frühe Stück“, also das erste oder frühe Stück Brot, das am Morgen verspeist wurde. In der Schweiz kennt man das Frühstück auch als Morgenessen.

 

Frühstück - Überall anders

 

Das Frühstück kann von Land zu Land stark variieren. In Deutschland essen wir gerne Brot, Brötchen oder süße Weckchen mit Marmelade, Ei, Käse und Wurst. Dazu trinken wir gerne eine Tasse Kaffee oder frischen Orangensaft. Unseren Nachbarn aus Frankreich hingegen reichen oft schon ein Milchkaffee und ein Croissant. In Schweden schwört man auf Knäckebrot und auch Fisch darf gerne schon am Morgen serviert werden.

 

Das englische Frühstück ist reichhaltig und herzhaft. Hier werden Baked Beans, gebratener Speck, Ei und Würstchen angeboten. In asiatischen Ländern wie China oder Japan besteht das Frühstück häufig aus Bestandteilen, die auch zu anderen Tageszeiten verspeist werden. Nicht selten kommen die Reste vom vorangegangenen Abendessen nochmal auf den Tisch oder es werden Suppen, Reis, Fisch und andere warme, herzhafte Speisen kredenzt.

 

Stimmt die alte Weisheit?

 

„Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann.“ So lautete die alte Regel. Was aber macht das Frühstück wirklich zu einem gesunden Start in den Tag?

 

Viele finden es selbstverständlich, dass sie mit ihrem Auto zur Tankstelle fahren und dort den besten Sprit tanken, der für das Fahrzeug notwendig ist.

 

Sie denken aber nicht daran, am Morgen Ihren Organismus mit den besten Vitalstoffen zu versorgen. Und sie wundern sich, wenn sie dann bereits am Vormittag müde und ausgelaugt sind. Statistiken besagen: Rund 45 Prozent aller Deutschen gehen morgens ohne Frühstück aus dem Haus. Nur wenige nehmen sich wirklich Zeit für eine Mahlzeit am Morgen.

 

Das Frühstück ist nach ernährungswissenschaftlichen Kriterien die wichtigste Mahlzeit des Tages: Es ist das Sprungbrett in einen erfolgreichen Tag. Denn wenn Ihr Körper mit dem Frühstück die richtige Energie bekommt, kann er für den restlichen Tag leistungsfähiger sein.

 

Daher brauchen wir am Morgen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Bioaktiv-Stoffe. Diese Fitmacher geben uns geistige und körperliche Kraft. Wir haben ein stärkeres Immunsystem, bleiben gesund, haben eine bessere Konzentration und erbringen bessere Leistungen. Zudem leiden Menschen, die täglich frühstücken, seltener an Fettleibigkeit und Diabetes.

 

Gesund oder nicht gesund?

 

Gegner des Frühstücks glauben, dass der Spruch überholt ist. Jeder Mensch ist anders und man sollte auf seine eigenen Bedürfnisse und intuitiven Ess-Rhythmus hören. Manchen wird schon beim Gedanken an Frühstück übel. Menschen, die in Schichtdiensten arbeiten oder Nachtdienste haben, haben beispielsweise auch einen anderen Biorhythmus. Es gibt Menschen, die auch ohne Frühstück fit und leistungsfähig sind. Zum Essen zwingen sollte man weder sich selbst noch andere. In solchen Fällen sollte lieber ein gesundes Frühstück vorbereitet und mitgenommen werden, um dann bei Bedarf zuzuschlagen.

 

Befürworter des Frühstücks glauben, dass der Spruch auf den Großteil der Menschen zutrifft. Während des Schlafs verbraucht unser Körper einiges an Energie. Gleichzeitig ist es auch die längste Phase, in der wir keine Nahrung zu uns nehmen. Für einen guten Start in den Tag und ausreichend Energie ist ein ausgewogenes Frühstück wichtig – auch, um Heißhungerattacken vor dem Mittagessen zu vermeiden. Wichtige Kohlenhydrate, Mineralien und Vitamine werden uns zugeführt, um den Geist und den Körper fit zu halten und den Stoffwechsel anzuregen.

 

Frühstücken Sie doch mal Gehirnpower!

 

Ein Kaffeeteilchen im Vorbeigehen, ein fettiges Brötchen vom Bäcker oder doch eher süße Cornflakes aus dem Supermarkt: All das wird zwar morgens häufig verzehrt, ist aber kein gesundes Frühstück. Vor allem kann es Ihr Gehirn nicht aufwecken: Sie kommen nur schwer in Schwung.

 

Das Wichtigste, was Ihr Gehirn morgens braucht, ist Zucker. Und zwar jenen, der langsam ins Blut geht. Was das Gehirn der meisten Menschen aber morgens aufgetischt bekommt, sieht anders aus: Es ist zwar Zucker, aber der falsche. Weißer Industriezucker aus Cornflakes, Marmeladenbrötchen und Kuchenteilchen steht häufig auf dem Frühstücksspeiseplan.

 

So kann Ihr Gehirn nicht arbeiten!

 

Die Folgen eines solchen Frühstücks sind verheerend: Sie werden müde und nervös und das schon innerhalb von zwei Stunden. Sie können sich nicht konzentrieren und wissen nichts mit Ihrer Arbeit anzufangen. Spätestens um 11 Uhr kommt dann ein echtes Tief, denn Ihrem Gehirn ist der schnelle Zucker ausgegangen. Jetzt hängen Sie im Konzentrationsloch und brauchen dringend Zuckernachschub.

 

Wieder greifen Sie zu Cola und Schokoriegel statt zu Obst oder Vollkornprodukten. Auch diese Zuckerdosis hält nur zwei Stunden, dann verlangt Ihr Gehirn nach mehr und es entsteht ein Teufelskreis. Aber diesem können Sie leicht entrinnen: Sie müssen einfach nur gehirngerecht frühstücken.

 

Diese Stoffe braucht Ihr Gehirn morgens unbedingt:

 

  • Fruchtzucker. So decken Sie den Energiebedarf Ihres Gehirns. Gerade morgens ist das wichtig, damit Sie in Schwung kommen. Am besten wäre eine große Schüssel Obstsalat. Es reichen aber auch schon ein Apfel und eine Birne oder eine Banane und einige Erdbeeren.

  • Eiweiß. Nur aus Eiweiß kann Ihr Körper all die Aminosäuren bilden, die so wichtig für Ihre mentale Leistung sind. Es sind diese Aminosäuren, die Sie glücklich, kreativ, leistungsfähig und mental stark machen. Trinken Sie sich diese mentalen Fähigkeiten an – mit einem großen Glas flüssigen Jogurt, Soja-, Dick- oder Buttermilch.

  • B-Vitamine halten Ihre Arterien frei, indem Sie das Homocystein abbauen, eine Aminosäure, die Arterienverstopfung verursacht. Die Sauerstoffzufuhr, auch die zum Gehirn, wäre dann eingeschränkt, Ihre mentale Leistungsfähigkeit minimiert. Damit Sie keinen Vitamin-B-Mangel erleiden, streuen Sie sich Hefeflocken in den Joghurt oder übers Müsli.

  • Omega-3-Fettsäuren lagern sich an den Außenseiten der Gehirnzellen ab, machen diese elastisch und halten sie jung. So können Botenstoffe die Zellen schneller passieren: Ihr Gehirn arbeitet effektiver. Wenn Sie mögen, können Sie Lachs oder Makrele zum Frühstück essen. Das ist aber nicht jedermanns Sache. Ähnlich effektiv für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren ist Leinsamen. Streuen Sie sich einen Teelöffel voll über Obst und Müsli.

  • Flüssigkeit. Schon morgens beginnen die meisten Menschen damit, ihren Körper austrocknen zu lassen. Schlecht für Ihr Gehirn, denn immerhin besteht es zu 75 Prozent aus Wasser. Nur wenn Sie genug trinken, versorgen Sie es mit Sauerstoff und Vitalstoffen. Beginnen Sie daher schon morgens zum Frühstück mit einem großen Glas Wasser. Wenn Sie Kaffee trinken, sollten es sogar zwei Gläser sein.

 

Was sollte man frühstücken?

 

Für eine gesunde Ernährung sollte fettiges und reichhaltiges Frühstück die Ausnahme bleiben. Im Optimalfall sollte ein Frühstück ausreichend Ballaststoffe in Form von Müsli oder Vollkornbrot enthalten, kombiniert mit frischen Obst und Gemüse und einem leckeren Joghurt oder einem Glas frischer Milch. Optimal sind zwei Scheiben Vollkornbrot. Das ist ein guter Start in den Tag mit Vitamin A für Augen, Atemwege und Immunkraft, Vitamin E für Vitalität, B6 für Herz und Kreislauf und vielen Ballaststoffen, die lange satt und nicht dick machen. Croissants sind eine Fett-Bombe. Wer schlank werden und bleiben möchte: Hände weg, höchstens einmal die Woche. Manche Menschen essen zum Frühstück gern Toastbrot. Auch da sollten Sie zum Vollkorn-Toast greifen. Er hat weniger Fett und mehr Ballaststoffe.

Sie sollten Margarine meiden, die gehärtete Fett enthält. Diese sind auf der Verpackung gekennzeichnet. Auch Margarine mit Transfetten sollten Sie meiden: All diese Fette fördern hohe Cholesterinwerte, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und erhöhen das Risiko für frühzeitige Arteriosklerose. Butter (in bescheidenen Mengen) ist für den Organismus wichtig. Unsere Leberzellen vertragen Butter sehr gut.

 

 

Woraus besteht ein optimales Frühstück?

  • Müsli

  • alternativ Vollkornbrot mit magerem Schinken oder Käse

  • Obst, Gemüse wie z. B. Tomaten oder Gurkenscheiben

  • Joghurt oder Milch

Mit dieser Kombination versorgen Sie Ihren Körper optimal mit allen Nährstoffen, die er benötigt.

 

(Quelle: http://www.fid-gesundheitswissen.de/ernaehrung/fruehstueck/)

 


Ist das Frühstück denn nun die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Die Antwort einer Ernährungsexpertin

 

Ob das Frühstück wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist und ob die alte Regel „Morgens wie ein Kaiser, Mittags wie ein König und Abends wie ein Bettelmann“ auch heute noch gilt, ist eine Frage des Typs und individuell unterschiedlich. Ausschlaggebend ist einerseits die Konstitution eines Menschen, andererseits die beruflichen und körperlichen Anforderungen im Laufe des Tages.

 

Wichtig: Regelmäßig Energie zuführen...

 

Unser Körper muss regelmäßig und mehrmals täglich mit Energie versorgt werden, damit es nicht zu einem Leistungsabfall kommt. Das gilt für Menschen, die überwiegend schöpferisch tätig sind, genauso, wie für diejenigen, die Körpereinsatz leisten müssen. Die Auswahl und Zusammenstellung des Frühstücks entscheidet ein Stück weit darüber, wie wir durch den Vormittag kommen. Dabei sind die Gewohnheiten und Vorlieben durchaus unterschiedlich – und das zu Recht.

 

Für die einen ist ein umfangreiches Frühstück mit Käse, Wurst und Ei oder ein gehaltvolles Nussmüsli zu viel am frühen Morgen. Für die anderen ist eine Tasse Kaffee schon das höchste der Gefühle.

Doch das Frühstück liefert die Grundlage für unsere Leistungsfähigkeit. Niemand sollte hungrig aus dem Haus gehen, bereits eine kleine Menge Brot, Obst, warme oder kalte Getreideflocken versorgen den Körper mit der Energie, die er für den Beginn des Tages braucht.

 

Optimalerweise sollten wir uns nach dem Frühstück leistungsfähig und nicht müde fühlen. Entscheidend ist dabei häufig die Frühstückszeit. Wer beispielsweise bereits um sechs Uhr früh das Haus verlässt, hat möglicherweise erst um acht oder neun Appetit auf ein Frühstück. Außerdem unterscheiden viele Menschen zwischen einem Frühstück im Alltag und einem Frühstück im Urlaub. Auch jemand, der im Alltag sehr spät zu Abend isst, wird die erste Mahlzeit des Tages später angehen als andere – und sie eventuell sogar ganz ausfallen lassen.

 

... und auf den eigenen Körper hören!

 

Wer aus kalorischen Gründen am Frühstück „spart“ sollte aufpassen, nicht über den Tag hinweg „nachzuholen“ und deutlich mehr zu essen als nötig. Das kann passieren, weil man etwa bewusst das Gefühl hat, den ganzen Morgen über gar nichts gegessen zu haben.

 

Regelmäßige Mahlzeiten helfen Heißhunger vorzubeugen und damit die aufgenommene Energie dem persönlichen Energieverbrauch besser anzupassen. Manche Menschen spüren aber definitiv erst in der Mittagszeit den ersten Hunger. Das sollte jeder und jede für sich selbst beobachten und einschätzen. Gerade bei überwiegend sitzender Tätigkeit und bei Menschen, die morgens etwas länger brauchen, um „in die Gänge“ zu kommen, kann es hilfreich sein, am Vormittag überwiegend zu trinken und die erste Mahlzeit wirklich erst am späten Vormittag oder Mittag einzunehmen. Das ist für diese Menschen genauso in Ordnung, wie es für diejenigen, die morgens bereits mit Hunger aufwachen, notwendig ist, ein ordentliches Frühstück zu nehmen.

 

(Quelle: http://www.foodwatch.org/de/informieren/frage-des-monats/ist-das-fruehstueck-wirklich-die-wichtigste-mahlzeit-des-tages/)